Empire: Total War
Games | review | 06.03.09 - 13:29:53 |
Keine andere Spielreihe hat sich den Leitsatz "Mit der Zeit gehen" so zu Herzen genommen wie die Total War-Franchise. Nach Antike und Mittelalter geht es in Empire wieder einen großen Sprung in der Menschheitsgeschichte nach vorne, in das Zeitalter von Entdeckungen, industrieller Revolution, zahlreicher militärischer Auseinandersetzungen und des radikalen Denkens - in die Epoche des 18. Jahrhunderts.
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Achtung: Kein Spoiler!
Dort wo andere Spiele mit einer spannenden Story aufwarten können, protzt Empire: Total War wie gewohnt mit einem umfangreichen historischen Kampagnenmodus, in dem ihr ein kleines Reich zu einem mächtigen Imperium aufbauen dürft. Keine Angst, wir werden euch hier jetzt nicht mit geschichtlichen Details langweilen - die müsst ich euch selbst anhand einschlägiger Fachliteratur aneignen - aber zumindest die Hauptprotagonisten dieser Epoche sollte man kennen, denn in Empire übernimmt man das Kommando über eines der damals bedeutendsten Herrschaftshäuser Europas. Aus insgesamt zwölf davon, darf man sein Lieblingsland auswählen, für deutschsprachige Spiele wohl am interessantesten sind dabei das Herzogtum Preußen und das Kaiserreich Österreich-Ungarn, welches es doch noch als spielbare Partei in das Spiel geschafft hat. Die Regentschaft dauert von 1700 bis 1799 und während dieser Zeitspanne sollen bestimmte, auf der Landkarte vorgegebene Provinzen erobert. Aber auch Prestigesiege sind dieses mal möglich, bei denen man sogar nahezu ohne militärische Konflikte als Sieger hervorgehen kann. Zusätzlich dazu erweitert der Modus "Der Weg in die Unabhängigkeit" die spielbare Zeitspanne um einige Jahre, denn es wird dabei die amerikanische Geschichte von der Gründung der ersten Pioniersiedlung in Jamestown, bis zum Weg der USA zur Weltmacht in vier Episoden nachgespielt. Diese Minikampagne ist eine Art Tutorial, welche für Neueinsteiger dank zurückhaltender KI einen sanften Spielbeginn ermöglichen soll.
Die Erde ist eine Scheibe

Die größten Neuerungen in
Empire: Total War betreffen dem Kampagnenmodus.
Dabei hat sich zunächst auf den ersten Blick nicht viel verändert. Wie gehabt verschiebt man rundenweise auf der Kampagnenkarte Armeen, erobert Provinzen, baut die Infrastruktur der Städte und Dörfer aus, treibt mit anderen Königreichen regen Handel, und pflegt seine diplomatischen Beziehungen. Auffällig ist zunächst die erweitere Kampagnenkarte, denn die erstreckt sich nun nicht nur über ganz Europa, sondern auch über Teile Nord- sowie Mittelamerikas, und sogar einige Provinzen in Indien sind besiedelbar. Selbst einzelne Häfen, etwa in Brasilien, Südafrika, oder Asien können zum Güterhandel angesteuert werden. Dieser nimmt im Vergleich zu den Vorgängerspielen eine besonders wichtige Rolle ein, ist aber sehr von den in euren Provinzen produzierten Rohstoffen abhängig und selbst der Weltmarkt mit seinen Preisen kann durch den Spieler beeinflusst werden. Auch das Diplomatiemenü wurde rundum erneuert und zeigt nun nicht nur den aktuellen Status an, sondern vor allem auch detaillierte Gründe, warum die Beziehungen zu einem anderen Land so sind, wie sie sind. Zum ersten Mal in der Total War Reihe darf geforscht werden und zwar in den drei unterschiedlichen Bereichen Militär, Wirtschaft und Gesellschaft. Dadurch stehen dann spezielle Truppentypen, oder zusätzliche Gebäude zur Auswahl. Apropos Gesellschaft: In Empire wird die Bevölkerung in zwei Schichten unterteilt, deren Bedürfnisse befriedigt werden sollten. Gelingt das nicht, droht sogar eine Revolution oder gar ein Bürgerkrieg. Wie man schon erkennen kann, sind die Neuerungen der Kampagne in Empire nicht nur Detailverbesserungen, sondern verändern das Spielkonzept grundlegend. Statt mittelalterlichen Eroberungsfeldzügen,ist hier der Kolonialismus der Weg zum Erfolg und das bringt eine zusätzliche, noch nie da gewesene Spieltiefe mit sich.
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