Ein riesiges Team von über 400 Leuten, sechs Jahre Entwicklungszeit, 120 GB Download – die belgischen Entwickler von Larian Studios haben einen enormen Aufwand in ihr neuestes Baby investiert. Ist es ihnen damit gelungen, die neue Rollenspielreferenz zu erschaffen?
Die ersten beiden Baldur’s Gate-Spiele aus 1998 und 2000 waren von BioWare entwickelte Rollenspiele, die im bekannten Dungeons & Dragons (D&D) Universum der Forgotten Realms angesiedelt waren. Abgesehen von Erweiterungen, Spin-Offs und verbesserten Versionen gab es bis jetzt noch kein echtes drittes Spiel der Reihe. Das hat sich nun geändert – nach 23 Jahren können wir endlich den nächsten Teil der Saga angehen – und vermutlich wieder hunderte Stunden unserer Lebenszeit an ein Rollenspielepos verlieren.
Baldur’s Gate 2 war bis heute der Gold-Maßstab, an dem sich jedes neue klassische Rollenspiel messen musste. Nur wenige haben es bisher geschafft, dem Oldie das Wasser zu reichen. Zwei der Spiele, die sich vor dem Giganten nicht verstecken mussten, waren Divinity: Original Sin und Divinity: Original Sin 2. Beide wurden von Larian Studios programmiert, also genau jenem Studio, das sich nun für Baldur’s Gate 3 verantwortlich zeichnet. Nachdem sie nun sechs Jahre an dem Spiel gearbeitet haben, können wir nun endlich die finale Fassung spielen. Viele von euch waren wohl Teil der 2,5 Millionen (!) Käufer im Early Access, wo es auf Steam bereits seit Oktober 2020 erhältlich war. Nun sind alle geplanten Inhalte eingebaut und die Story beendet, es ist also Zeit, das Spiel richtig anzugehen. Falls ihr es schon im Early Access gespielt habt, empfiehlt Larian Studios eindringlich es zuerst zu deinstallieren und dann komplett neu herunterzuladen, um mögliche Konflikte mit veralteten Daten auszuschließen. Die vor allem auf dem Feeback der Early Access Spieler basierenden Gameplay-Änderungen waren übrigens massiv. Wer das Spiel bisher nur in der Vorabversion kennt, sollte unbedingt die finale Fassung ausprobieren – ihr werdet überrascht sein. Mit über 450.000 gleichzeitigen Spielern war Baldur’s Gate 3 übrigens am Releasetag das am meisten gespielte Game auf Steam, inzwischen sind es zeitweise schon über 700.000. Ein unglaublicher Erfolg für ein derart komplexes Spiel.
Heldenerstellung
Zu Beginn steht die Wahl des Schwierigkeitsgrades. Ihr habt drei Möglichkeiten zur Auswahl, von einfachen bis hin zu fordernden taktischen Kämpfen. Danach geht es schon zur Charaktererstellung. 11 Rassen stehen zur Auswahl, von Elf, Zwerg bis hin zum Halb-Ork. Jede Rasse hat unterschiedliche Boni, wie Nachtsicht oder schnellere Bewegung. Danach kommt die Wahl der Klasse – Zauberer, Mönch, Barbar? Insgesamt 12 Klassen stehen zur Verfügung. Eine Hintergrundgeschichte, was euer Held bisher gemacht hat muss als nächstes gewählt werden, dann können noch Fähigkeiten wie Stärke oder Geschicklichkeit leicht angepasst werden. Wenn ihr Lust habt, habt ihr nun die Möglichkeit, das Aussehen und die Stimme gemäß eurer Wünsche zu gestalten. Geschlecht, Frisur, Bart, Augen, Tatoos, Narben und unzählige weitere Details sind veränderbar. Es soll ja Spieler geben, die bereits tagelang mit der Charaktererstellung beschäftigt waren.
Solltet ihr keine Lust auf die Gestaltung eures eigenen Hauptcharakters haben, könnt ihr auch mit einem sogenannten „Origin“-Charakter spielen. Das sind vorgefertigte Charaktere, sie haben ihre eigene Geschichte, die ihr im Laufe des Spiels entdeckt. Nach der Erstellung eures Helden sucht ihr auch noch einen Guardian aus, und schon beginnt das Abenteuer. Die Ausgangssituation ist einfach erklärt – eine dunkle Sekte wird immer mächtiger und droht, die Welt von Baldur’s Gate 3 mit ihren Armeen von gehirngewaschenen Fanatikern zu übernehmen, und nur ihr könnt sie aufhalten. Also eine ganz normale Fantasy Story eben.
Mind Flayer
Sobald die Charaktererstellung geschafft ist, beginnt recht flott das eigentliche Spiel. Wir übernehmen die Steuerung unseres eben erstellten Charakters und befinden uns in einer unangenehmen Situation. Uns wurde nämlich gerade von einem Cthulhu-ähnlichen Wesen ein ekeliger Wurm in unserem Kopf eingesetzt, während wir in einem seltsamen Fluggerät in einem kleinen Gefängnis gefangen waren. Das Fluggerät ist zwar nun nach einer Flucht durch mehrere Dimensionen schwer beschädigt und wir können uns in den brennenden Trümmern frei bewegen, aber wo zum Teufel sind wir hier? Und was für ein Parasit hat sich in unserem Gehirn eingenistet? Und wie geht es den anderen… Passagieren?
Ihr bewegt euren Charakter in Echtzeit. Nur wenn es zu einem Kampf kommt, wird auf rundenbasierte Bewegung umgestellt. Die Grafik ist unglaublich detailliert und kann in alle Richtungen gedreht werden, auch der Zoomlevel ist jederzeit anpassbar. Ihr könnt die Kamera auch mit WASD in einem relativ weiten Umkreis um euren Charakter herum frei bewegen. Hotspots werden umrandet hervorgehoben, wenn ihr mit dem Mauszeiger darauf zeigt, mit einem Druck auf „Alt“ werden Objekte in der Umgebung angezeigt. Mit den meisten Hotspots können unterschiedliche Interaktionen getätigt werden – untersuchen, attackieren, nehmen und vieles – situationsabhängig – mehr. Sehr rasch werdet ihr vor die Wahl gestellt, wie ihr in bestimmten Situationen handeln wollt. Ihr müsst euch entscheiden, und oft wird dann über den Ausgang der Aktion gewürfelt. Typisch Rollenspiel eben, aber extrem gut umgesetzt. Solche Situationen kommen sehr oft vor, und eure bisherigen Handlungen sowie euer Charakter und seine Werte beeinflussen die verfügbaren Handlungsmöglichkeiten ebenso wie die Chancen beim Würfeln. Schlichtweg genial gemacht, ich habe seit Disco Elysium nicht mehr so viel Spaß mit einem Rollenspiel außerhalb der Kämpfe gehabt. Baldur’s Gate 3 gibt euch die Freiheit, zu sein, wer ihr sein wollt, und zu tun, was ihr tun wollt. Gut oder böse, die Entscheidung liegt bei euch.
Die Entscheidungen der Spieler müssen tatsächliche Auswirkungen auf das Spiel haben, sonst bringt es nichts.
Ihr habt jederzeit Zugriff auf eure Zaubersprüche und seht euren Gesundheitszustand. Per Mausklick könnt ihr bestimmte Fähigkeiten (springen, sprinten, sich verstecken und andere) einsetzen. Im Inventar könnt ihr euch eure Gegenstände ansehen, sie fallen lassen oder sie einem anderen Charakter geben. Mit Doppelklick benutzt ihr Gegenstände, rüstet Waffen aus, legt Halsbänder an oder zieht Kleidungsstücke an. Sehr gut gemacht, benutzerfreundlicher geht es kaum. Allerdings ist auch die Menge der Gegenstände enorm. Macht eine kurze Rast, um einen Teil eurer Lebensenergie wiederherzustellen. Schon bald schließen sich euch weitere Helden (bis zu drei) an und ziehen mit euch durch die Gegend. Ihr seit nicht der einzige, dem ein Parasit implantiert wurde, aber das ist nicht der einzige Grund, warum sich Helden zu euer Gruppe gesellen. Ihr könnt jederzeit zwischen euren Figuren wechseln und dann bestimmte Handlungen mit dem ausgewählten Charakter durchführen. Es macht Sinn, immer den am besten geeigneten Helden bestimmte Aktionen durchführen zu lassen… aber ihr wisst ja nie, was als nächstes auf euch zukommt. Daher ist es schwer, immer schon im Vorhinein den am besten geeigneten Charakter zu wählen. Und wenn dann etwas passiert, muss eben euer gerade gewählter Charakter handeln, auch wenn er für die aktuelle Aufgabe nur wenig geeignet ist. Gegenstände können zwischen den Helden transferiert werden. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Helden eure Gruppe auch wieder verlassen. Das mag an euren Handlungen liegen, hat aber oft auch ganz andere Gründe. Ihr könnt aber auch mehr Helden anwerben, als auch auf den Missionen begleiten können. Mehr als vier Helden sind in der Gruppe nämlich nicht möglich – das ist grundsätzlich kein Problem, die Reservehelden bleiben einfach im Lager zurück. Mit Alchemie können wir Tränke brauen, sofern wir die benötigten Zutaten im Inventar haben. Eine Übersichtskarte wird automatisch mit gezeichnet, ihr könnt darauf Notizen anbringen. Ebenso werden eure Aufträge automatisch im Journal notiert. Auch alte Konversationen können hier nachgelesen werden, das ist sehr hilfreich. Ebenso wie das jederzeit verfügbare Tutorial.
Illithid Tadpole
Ihr habt einen Parasiten (Illithid) im Gehirn, der euren Körper als Wirt benutzt und euch normalerweise relativ bald umbringt, oder besser – in ein Monster verwandelt. Also ist es natürlich euer Ziel, diesen Parasiten möglichst rasch wieder los zu werden. So einfach ist das aber nicht, denn einfach wieder beim Auge (wo er reingekrabbelt ist) herausziehen klappt natürlich nicht. Ihr werdet auch sehr schnell merken, dass der Parasit euch auch unglaubliche neue Kräfte ermöglicht. Das erste, was ihr bemerkt ist eure Fähigkeit, mit anderen Infizierten telepathisch zu kommunizieren. Natürlich hat aber diese Macht auch einen hohen Preis – ihr werdet euch entscheiden müssen, was ihr mit dem Parasiten macht. Wenn euer Verlangen nach Macht größer ist als die Sorge um das Wohlergehen von euch selbst und anderen, dann sind die Kräfte der Parasiten vielleicht genau das Richtige für euch. Ihr könnt weitere von diesen Kreaturen finden und sie euch einsetzen, damit wird ein verborgener Fertigkeitenbaum freigeschalten.
Fight!
Bei den Kämpfen wird auf rundenweise Bewegung umgeschaltet. Ihr habt also keinen Zeitdruck. Mit Mausklick bewegt ihr eure Partymitglieder und greift Gegner an oder sprecht Zaubersprüche. Die meisten Charaktere verfügen auch über einige speziellen Aktionsmöglichkeiten. Die Taste „O“ erlaubt eine Sicht von oben, wodurch ihr eine super Übersicht über das Schlachtfeld bekommt. Dreht ihr einem Gegner den Rücken zu, erhält dieser einen zusätzlichen Angriff. Setzt Fähigkeiten, Gegenstände und vor allem Zaubersprüche ein und nutzt die Umgebung, sonst habt ihr auch im normalen Schwierigkeitsgrad keine Chance. Wenn einer eurer Partymitglieder das Bewusstsein verliert, ist er in Gefahr zu sterben. Allerdings nur, wenn er dreimal Pech beim Würfeln hat. Andere Partymitglieder können euch heilen. Am Ende eines Kampfes könnt ihr die Leichen eurer Feinde untersuchen und plündern, zumindest wenn ihr gewonnen habt.
Timeline
Die Geschichte von Baldur’s Gate 3 spielt rund 100 Jahre nach den Ereignissen von Baldur’s Gate 2 und knapp nach Descent into Avernus (einem D&D Modul). Es ist eine vollkommen neue Geschichte, aber Veteranen aus Baldur’s Gate 1 und 2 werden ein paar bekannte Orte und Figuren antreffen. Es ist aber keinesfalls notwendig, dass ihr die beiden Vorgänger kennen müsst, um die Geschichte von Baldur’s Gate 3 zu verstehen.
Kaufen könnt ihr das Spiel auf Steam oder auch auf GOG. Wer sich den 120 GB Download sparen will und es streamen will, kann es auch auf Nvidia GeForce NOW erwerben. Auf Steam haben Early Access Käufer das Digital Deluxe Edition Upgrade gratis erhalten, auf GOG war es jetzt einige Tage gratis erhältlich. Inzwischen kostet das Upgrade aber rund € 10 und bietet ein Artbook, den Soundtrack und noch ein paar Goodies. Die PlayStation 5 Version ist noch nicht erschienen und für Anfang September angekündigt. Ebenfalls angekündigt ist eine Portierung auf den Mac.
Zusammenfassung
Grafik
Längere und aufwändigere Zwischensequenzen habe ich in einem Rollenspiel noch nie gesehen. Unglaublich ist vor allem, dass euere Helden, jeweils mit den gerade getragenen Kleidungsstücken und Waffen, in den Sequenzen vorkommen. Allerdings sind es nicht nur die Zwischensequenzen, sondern auch die Grafik während des Spieles, die extrem aufwändig produziert wurde. Die Umgebungen sind überaus detailliert und toll animiert dargestellt. Das schaut super aus, aber es wird dadurch auch ziemlich schwer, die nützlichen herumliegenden Dinge zu finden. Die linke ALT Taste hilft, aber leider werden oft nicht alle Gegenstände angezeigt, unter anderem wenn sie sich in Containern oder ein wenig weiter weg befinden. Und wenn wir bei „schwer zu sehen“ sind – die UI Texte (die Untertitel bzw. Gesprächsoptionen schon!) können nicht skaliert werden. Wer also schlecht sieht oder seine Brille verlegt hat, wird eine Vielzahl an wichtigen Textinformationen nur schwer lesen können. Das Spiel hat ein „M“ Rating (Mature, ab 17) von der (amerikanischen und prüden) ESRB (Entertainment Software Rating Board), weil es Nacktszenen (zumindest eine) in den Zwischensequenzen beinhaltet. Wer mag, kann diese aber auch einfach deaktivieren. Es gibt auch eine Einstellung, die Anzeige der Genitalien abzuschalten, wenn die Figuren nackt sind. Witzig, so eine Einstellung habe ich auch noch nie in einem Spiel gesehen. Aber unnötig, wer würde schon mit nackten (und dementsprechend schlecht geschützten) Figuren durch das Spiel laufen, wo es doch so schöne Rüstungen gibt?
Die Anforderungen an eure Grafikkarte sind überschaubar, schon ab einer Nvidia GTX 970 / AMD RX 480 seit ihr dabei. Um die Grafik genießen zu können, würde ich aber trotzdem eine neuere GPU empfehlen. Ganz wichtig ist auch eine schnelle Festplatte, also eine SSD, sonst ruckelt es. Ich habe das Spiel aber auch mit einem 10 Jahre alten Rechner (i-5 3330, R9 280X, ohne SSD) getestet, und nachdem ich die Einstellungen von ultra auf medium zurückgenommen habe, ist es problemlos gelaufen. Ultrawidescreen (getestet mit 3440×1440, 2560×1440) wird unterstützt, 100Hz bzw. 144Hz (oder wohl auch mehr auf besseren Monitoren) ebenso.
Sound
Der Soundtrack (43 Tracks) von Borislav Slavov ist ganz ok, aber die durchgehende Sprachausgabe ist fantastisch. Das Spiel beinhaltet unzählige Gespräche, die allesamt professionell vertont sind. Üblicherweise sind Rollenspiele mit viel Text nicht oder nur zu einem kleinen Teil mit Sprachausgabe versehen. Baldur’s Gate 3 ist voll vertont, allerdings auf englisch, nur die Texte sind ins Deutsche übersetzt. Untertitel sind jedoch verfügbar.
Handling
Die Steuerung kann sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit dem Controller erfolgen. Beides hat gut geklappt. Ihr könnt das Spiel jederzeit und ohne Nachteile speichern (oder einen beliebigen Spielstand laden), und das würde ich auch ganz stark empfehlen. Andernfalls werdet ihr nämlich regelmäßig bereits absolvierte Bereiche erneut spielen müssen. Sollte eure Gruppe nämlich in einem Kampf besiegt werden, ist es blitzeschnell vorbei und ihr dürft einen Spielstand laden. Es werden zwar automatische Speicherpunkte angelegt, aber nur an bestimmten Stellen und keinesfalls regelmäßig. Außerdem seit ihr vielleicht mit manchen Würfelergebnissen oder generell dem Ergebnis von euren Entscheidungen nicht zufrieden und wollt es lieber noch einmal probieren… dafür müsst ihr aber zuvor gespeichert haben. Speicherstände in der Cloud ermöglichen das Spielen auf mehreren Geräten, ohne die Speicherstände manuell transferieren zu müssen.
Spieldesign
Baldur’s Gate 3 beinhaltet alle 12 D&D-Klassen, die sich alle stark voneinander unterschieden. Die Charakterstatistiken mit den ganzen Werten sind lang, jeder Charakter hat viele Fähigkeiten und Eigenschaften. Bei Stufenaufstiegen (insgesamt bis zu Level 12 möglich) lernten eure Helden neue Fähigkeiten und Zaubersprüche. Auch alle Zaubersprüche (rund 600!) und Fähigkeiten aus der 5. Ausgabe von D&D sind enthalten. Dazu kommen unzählige Gegenstände aller Art, das Inventarmanagement ist definitiv fordernd. Mit Alchemie stellt ihr Tränke, Elexiere, Beschichtungen für Waffen und Handgranaten her. Es laufen massenhaft NPCs (freundlich oder weniger freundlich) auf den großen Karten umher, mit sehr vielen davon kann auch auf verschiedenste Art und Weise interagiert werden. Die Welt ist voll von herumliegenden Dingen (die aber oft anderen NPCs gehören!) und Hotspots, an denen ihr etwas tun könnt. Ihr müsst eine Vielzahl von Entscheidungen treffen. Es gibt nur sehr wenige Rollenspiele, in denen ihr derart frei entscheiden könnt, wie ihr vorgehen wollt und wo dies auch massive Auswirkungen auf das Spiel hat. Baldur’s Gate 3 ist eines dieser Spiele. Seid freundlich und nett oder abgrundtief böse – ihr werdet mit den Konsequenzen leben müssen! Probleme können auf vollkommen unterschiedliche Art und Weise angegangen werden. Ihr seht – mit Baldur’s Gate 3 wird euch nicht so schnell fad.
Solltet ihr einen (oder mehrere) Freunde haben, die ebenso wie ihr gerade ein paar Tage oder besser Wochen Zeit haben, könnt ihr das Spiel auch gemeinsam im kooperativen Multiplayermodus spielen. Es gibt Online-Lobbies für bis zu 4 Spieler, ihr könnt auch über LAN zusammen spielen. Ihr braucht allerdings viel Zeit für eine Partie.
Motivation
Rund 100 Stunden müsst ihr laut dem Chefentwickler für das erstmalige Durchspielen einplanen, wenn ihr langsam vorgeht und alles erforscht, locker 200 Stunden. Ich habe erst rund 40 Stunden mit dem Spiel verbracht, und mir war keine Sekunde davon fad. Das Spiel bietet einfach exzellente, abwechslungsreiche Rollenspielkost, aber es ist kein Spiel für nebenbei. Wer nicht die Zeit hat, sich intensiv damit zu befassen, oder wer keine Lust hat, der Story (inklusive unzähliger Nebenquests) zu folgen, sollte sich dieses Epos wohl eher nicht antun. Wer aber mindestens eine Woche Urlaub und Lust auf ein tolles Rollenspiel hat, der braucht sich keine anderen Aktivitäten mehr zu überlegen.
FAZIT Hannes
Vorweg gesagt Baldur’s Gate 3 konnte mich als Fan von rundenbasierten Rollenspielen von der ersten Minute an schlichtweg begeistern. Voraussetzung dafür ist natürlich ein Bezug zum Dungeons & Dragons Regelwerk und insgesamt eine Begeisterung für komplexere Rollenspiele und deren Mechaniken, wie es auch bei BG3 der Fall ist. Wer hier nicht so sattelfest ist sollte auf jeden Fall den niedrigsten Schwierigkeitsgrad „Explorer“ wählen, bekommt aber dafür nach einer gewissen Einarbeitungszeit ein großartiges Spielerlebnis geboten, welches derzeit seines gleichen sucht. BG3 glänzt mit vielen hunderten Stunden Spielspaß, tollen Charakteren in einer stimmigen Welt und einer Story, die alles hat, was man sich als Rollenspieler wünscht. Dazu haben die Entwickler mit der überarbeiteten Divinity-Engine ganze Arbeit geleistet und BG3 präsentiert sich den Spielerinnen und Spielern in einem technisch phantastischem Gewand, welches nur wenig Wünsche offen lässt. Überhaupt gibt es in BG3 so viel zu entdecken und vor allem auch zum Ausprobieren, seien es jetzt versch. Taktiken um Kämpfe zu gewinnen, oder auch Rätsel zu lösen um an die begehrte Schätze zu kommen. Ich wünschte ich hätte mehr Zeit um mich am Kontinent Faerûn in die Schlacht gegen fiese Monster zu begeben und die interessante Story weiter erleben zu dürfen.
BG3 ist für mich jetzt schon ein Anwärter auf den Toptitel des Jahres 2023, mal sehen ob vielleicht noch ein Titel wie Starfield daran rütteln kann, Diablo IV hat meiner Meinung nach sein heurige Rollenspiel-Krone bereits abgeben müssen.
FAZIT Sven
Baldur’s Gate 3 ist die neue Rollenspielreferenz. Es fesselt euch mit einer von der ersten Sekunde an packende Geschichte aus dem Dungeons & Dragons Universum, und lässt euch nicht mehr los je tiefer ihr in das Spiel einsteigt. Ihr lenkt eine (sich immer wieder ändernde) Gruppe von Helden durch eine detaillierte Welt und trefft regelmäßig schwierige Entscheidungen, die massiven Einfluss auf den weiteren Verlauf der Handlung haben. Die Gesichte spielt mit euren Emotionen, ihr werdet mit Verrat, Gier, Liebe und überraschenden Entwicklungen konfrontiert, während ihr doch eigentlich nur überleben und Gutes tun (naja, die meisten von euch zumindest) wollt. Die tolle Story wird mit aufwändigen Grafiken und einer großartigen technische Umsetzung mit komfortabler Benutzerführung präsentiert, wodurch Baldur’s Gate 3 zu einem der besten derzeit erhältlichen Rollenspiele wird. Ein Pflichtspiel für Rollenspielfans.