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Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition im Test

Xenoblade Chronicles ist wohl eine der bekanntesten JRPG-Reihen überhaupt und die Fangemeinde wächst mit jedem neuen Teil. Nintendo und Monolith Soft bringen uns satte 10 Jahre nach dem Original für die Wii U ein Remaster für die Switch. Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition ist also zwar kein neuer, aber auf jeden Fall ein wichtiger Ableger. Wieso und weshalb erfahrt ihr jetzt!

Als ich diesen Artikel begonnen habe, fühlte ich mich ein wenig wie in den ersten Stunden von Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition, ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll. Das Game ist riesig! Ich meine wirklich riesig! Zwar ist das Original für die Wii U schon gute 10 Jahre alt, nichtsdestotrotz haben wir hier ein Brett von Game für unsere fast schon pensionierte Nintendo Switch.

Beginnen wir einfach wie so oft mit der Story. Im Jahr 2054 bekriegen sich zwei Alien-Völker genau neben unserer schönen blauen Erde. Die wird dabei so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie explodiert. Schlau, wie wir Menschen aber nun mal sind, haben die Bewohnerinnen und Bewohner das aber kommen sehen und ein Projekt mit dem Namen „Exodus“ gestartet. Entkommen kann aber anscheinend nur ein einziges Raumschiff, „Der weiße Wal“. Nach zwei Jahren im All stürzt das gigantische Schiff auf einem unbekannten Planeten ab, der später den Namen Mira bekommt. Die Aufgabe ist ziemlich schnell klar, überlebt! Im Gegensatz zu anderen Xenoblade-Chronicles-Teilen steht die Story hier aber nicht wirklich im Mittelpunkt, dazu aber später mehr.

Weiter geht’s mit der Charaktererstellung. Richtig! Wir dürfen unseren eigenen Charakter erstellen. Wieso ich das so hervorhebe? Naja, Kenner der Spielreihe wissen, dass man in den vorherigen Teilen immer einen festgelegten Charakter hatte. Kleiner Schritt für die Gamer, großer Schritt für Xenoblade Chronicles sozusagen. Die Story ist zwar gut, aber wie oben schon erwähnt, nicht das Highlight des Games.

Vielmehr solltet ihr Gefallen an der Erkundung von Mira finden. Passiert das nicht, könnt ihr gleich wieder abschalten. Ihr werdet Stunden und ich meine STUNDEN damit verbringen, durch die gigantische Open World und ihre verschiedenen Areale zu laufen. Unterschiedliche Klimazonen und die wechselnde Flora und Fauna warten darauf, von euch entdeckt zu werden. Zu Beginn müsst ihr das auch tatsächlich zu Fuß machen, die Mechs bekommt ihr nämlich erst im späteren Spielverlauf.

Egal ob ihr die Hauptstory verfolgt oder euch den vielen Nebenquests widmet, ihr kommt nicht um die Kämpfe rum. Die sind aber ein weiterer großer Punkt von Xenoblade Chronicles X. Das Kampfsystem ist in Echtzeit gehalten und bietet euch neben den Standard Nah- und Fernangriffen auch noch spezielle Techniken. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Manche verstärken zum Beispiel Elementarangriffe, andere bringen nur dann wirklich etwas, wenn ihr den Gegner von hinten oder an den Seiten attackiert. Bei einer großen Auswahl an Attacken kann einem schnell der Kopf rauchen, vor allem, wenn man keine Zeit zum Überlegen hat. Das Spiel bietet euch aber immer eine Empfehlung und markiert euch die „beste“ Option. So lernt ihr schnell, welche Angriffe wann Sinn machen. Da die Reihenfolge der Attacken auch Einfluss auf die Höhe des Schadens hat, solltet ihr auf eure Partymitglieder hören, die geben euch nämlich immer wieder Tipps, welche Attacke jetzt gerade gut wäre. Neben den Attacken selbst und der richtigen Reihenfolge ist auch die Körperstelle des Gegners, den ihr attackiert, wichtig. Bearbeitet ihr die Stellen lange genug, schwächt das eure Gegner enorm und sie können manche Angriffe nicht mehr ausführen.

Was wäre ein Kampfsystem ohne Skill-Tree oder spezielle Ausrüstung? Na, definitiv kein Xenoblade Chronicles! Auf den ersten Blick haben mich die Menüs fast erschlagen. Ich bin ja durch die ganzen Spieletests einiges gewohnt, aber was mir Xenoblade hier in die Fresse klatscht, ist mir in den ersten Stunden tatsächlich zu viel gewesen. Statuswerte, Elementarwerte oder auch gewisse Bedingungen jedes einzelnen Ausrüstungsgegenstandes zu vergleichen, habe ich auch schon leichter erlebt. Dann wären da noch die Skells, die bereits erwähnten Mechs. Die bekommt ihr nach einer Spielzeit zwischen 20 und 30 Stunden, je nachdem, wie schnell ihr vorankommt.

Ab da bekommt das Spiel quasi einen zweiten Start. Es ändert sich einfach so viel, wenn ihr erst einmal einen Skell für euch und am besten auch für jedes eurer Partymitglieder habt. Zwar müsst ihr euch auch hier wieder durch diverse Menüs arbeiten, um eure Roboteranzüge zu bearbeiten, das seid ihr aber inzwischen gewohnt. Mit den Skells könnt ihr nicht nur laufen, sondern auch fliegen oder euch Transformers-like in ein Fahrzeug verwandeln. Außerdem werden sie auch im direkten Kampfgeschehen verwendet. Wollt ihr viel mit euren Skells fliegen, könnt ihr euch schon mal darauf einstellen, dass ihr öfter Ressourcen farmen müsst, um den enormen Spritverbrauch abzudecken. Teilweise habe ich eben wegen dieses Spritverbrauchs meine Crew auch mal ohne Skell zurückgelassen. Die laufen einem aber auch zu Fuß hinterher, also seid ihr nie alleine.
Apropos alleine: Ihr könnt Xenoblade Chronicles X zwar online mit Freunden zocken, müsst das aber nicht. Durch die KI-gesteuerten Begleiter könnt ihr offline spielen und habt dennoch das gewisse MMO-Gefühl.

So oder so werdet ihr euch aber in der Welt von Mira verlieren, denn es ist wirklich unglaublich schön gestaltet. Vergessen wir bitte nicht, dass es sich hier um das Remaster eines 10 Jahre alten Games für die Wii U handelt. Die Charaktermodelle wurden von Grund auf überarbeitet und haben jetzt einen stärkeren Anime-Look. Die Menüs sind voll, aber auf jeden Fall einfacher gestaltet, als es beim Original der Fall war. Zwar sieht man, dass das Grundgerüst von einem in die Jahre gekommenen Spiel ist, dennoch übertrumpft die Grafik so manch aktuellen Switch-Titel. Ja, ich schaue in deine Richtung, Pokémon Karmesin & Purpur.

Voiceacting bekommt ihr hier auf Englisch und Japanisch. In beiden Fällen machen die Sprecherinnen und Sprecher einen sehr guten Job. Das Highlight für die Ohren ist definitiv der Soundtrack. Niemand Geringerer als Hiroyuki Sawano war hier als Komponist tätig. Das musikalische Genie, das sein Können schon in Attack on Titan oder auch Mobile Suit Gundam gezeigt hat. Ich liebe diesen Kerl! Wenn ihr daran denkt, die Konsole auszumachen, holt euch die bombastische Musik wieder und wieder zurück ins Geschehen und ihr findet euch kurz darauf wieder in einem epischen Kampf.

Zusammenfassung

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